1 Jahr DU – Brief an meinen Sohn Alexander

Mein liebster Schatz,

ich bin es, deine Mama.

Ich liebe dich, weißt du das eigentlich?

Ich habe dich von der ersten Sekunde an geliebt.

Auch wenn es erstmal ein Schock war, nach dem positiven Schwangerschaftstest. Schon da habe ich dich mit meinem ganzen Herzen geliebt. Wir haben dich geliebt.

Und dann, dann habe ich dich leider nur knapp 7 Monate direkt unter meinem Herzen getragen.

Zu wissen, dass du in meinem Bauch heranwächst, von mir abhängig bist und mich brauchst – das war und ist ein schönes Gefühl. Ich habe es geliebt, deine Tritte zu spüren, zu beobachten wie mein Bauch sich bewegt, wenn du dich rührst.

Deinen Herzschlag zu hören und zu wissen, dass ich dich irgendwann hoffentlich in meinen Armen halten kann.

Und nun bist du schon ein Jahr hier bei uns. Obwohl deine Geburt Horror war für uns alle, besonders für dich – unser Kämpfer.

Es ist noch kein Tag vergangen, an dem ich dich nicht voller Liebe und Dankbarkeit angesehen habe. Ich liebe dich, weil du so wundervoll bist. Weil du so ein schöner und fröhlicher, kleiner, schlauer Kerl bist.

Ich liebe es, dass du wirklich jeden Menschen, dem wir begegnen, anlächelst.

Du nimmst jeden Menschen, wie er ist. Jeder hat deine volle Aufmerksamkeit und jeder hat es verdient, von dir angelächelt zu werden. Du hast ein ganz großes und liebevolles Herz, dass weiß ich. Das spüre ich.

Ich liebe es, wie sehr du dich freust, wenn dein Papa zur Tür hereinkommt. Du strahlst über dein ganzes Gesicht und bist total aufgeregt, willst sofort von ihm in den Arm genommen werden und robbst & krabbelst ihm überall hinterher.

Ich liebe es, wie sehr du dich darüber freust, wenn du etwas Neues gelernt hast, und man dich dafür lobt. Du bist dann immer mächtig stolz, und das ist so schön.

Ich liebe die Geräusche, die du machst. Manchmal knurrst du wie ein Löwe oder lachst dich schlapp wie ein kleiner Esel, wenn man es dir vor- oder nachmacht. Ein anderes Mal quietscht du einfach nur rum, vor allem dann, wenn du bestimmte Spielzeuge oder Papa & mich siehst.

Ich liebe dich, weil du mich so oft zum Lachen bringst. Wenn du wieder mal wie ein kleiner Kriegssoldat durch die Wohnung robbst und dir das Nächstbeste

in den Mund steckst. Wenn du mir dein Tuch entgegen hälst, weil du möchtest, dass wir „Wo ist die Mama?“ spielen. Wenn du dein Gesicht verziehst, wenn du etwas isst. Essen ist noch nicht deine Welt.

Ich liebe dich, weil du mich an meine Grenzen und manchmal sogar darüber hinaus bringst. Wenn du meckerst und meckerst und ich deine Laune durch nichts in der Welt ändern kann.

Ja, da bin ich manchmal am Ende. Und trotzdem ist am Ende der Geduld noch so viel Liebe, dass ich dir gar nicht lange böse sein kann.

Ich liebe es, wenn du mit deinen Augen klimperst, wenn du deine Zunge rausstreckst und lustige Geräusche damit machst. Ich liebe es, wenn du weinst und sofort ruhiger wirst, wenn ich dich hochnehme und sanft über deinen Kopf streichle.

Ich liebe deine weichen Haare und deine zarten Finger. Deine süße kleine Nase und deine besonderen Zehen. Ich liebe dich über alles und ich bin mehr als dankbar, deine Mama zu sein.

Deine Mama zu sein ist das Schönste auf der Welt. Ach, mein kleines Motzki– du bist einfach toll. Und hey, falls du es noch nicht weißt – ich liebe dich.

Tausend Küsse,

deine Mama

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Unser erster Familienurlaub

Seit ein paar Tagen sind wir von unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub zurück. Eigentlich wären wir noch dort, aber wir haben freiwillig abgebrochen.

Alexanders Laune wurde je näher wir dem Urlaubsziel kamen immer schlechter und blieb einfach so mies, bis wir freiwillig nach Hause gefahren sind.

Dabei klang alles so gut. Ein kleines Häuschen an der mecklenburgischen Seenplatte, nah am See mit viel Grün und schlechtem Handyempfang. Und unser Familienhund Jim war natürlich auch dabei.

Allerdings war er auch der einzige, der ein wenig Ruhe & Erholung fand.

Mittelmäßiges Wetter und eine Mückenplage kamen als i-Tüpfelchen dazu. Nur maximales Entertainment half ein wenig. Wir waren regelrecht gezwungen täglich viel zu unternehmen oder spazieren zu gehen bis die Füße qualmten. Manchmal half nicht mal das.

Gemeinsam frühstücken oder gar Essen gehen? Fehlanzeige! Mindestens einer musste immer das kleine Grumpy-Kid bespaßen.

Nach ein paar Tagen zu Hause denke ich, er war vielleicht einfach noch nicht bereit für soviel Veränderungen und dem Ortswechsel. Zumal sich zusätzlich gerade der 3. Zahn ankündigt. Und wir sind auch froh nun tatsächlich mehr Ruhe zu haben als im Urlaub an sich.

Auf das es im nächsten Jahr besser wird, für uns alle 4!

T -29

In 29 Tagen wird Alexander tatsächlich 1 Jahr alt. Und je näher der Tag rückt, desto verrückter werde ich.

Mir erging es ab Mitte Juni 2017 wirklich schlecht. Die Schwangerschaft war eine reine Qual, obwohl ich zu dieser Zeit gerade mal in der 29./30. Schwangerschaftswoche war. Aufgedunsen von den vielen Wassereinlagerungen und durch die kräftezehrende Unterversorgung von unserem Baby fühlte ich mich wie eine 41+7-Schwangere mit Zwillingen oder kurzum wie ein Wal auf dem Trockenen.

Die Geburtstagsparty-Planung ist schon in vollem Gang. Ich will eine absolut perfekte Feier und die Messlatte liegt weit oben. Natürlich ist es nur ein 2-stündiges Kaffeetrinken mit der engen Familie und ein paar Freunden, aber wenn seine Geburt schon Horror war muss dieser Tag wenigstens super werden. Und sind wir mal ehrlich, mich lenkt das gut ab.

Da Alex an einem Montag Geburtstag hat feiern wir erst den darauf folgenden Samstag. Ich kann mich also fast den ganzen Tag in Selbstmitleid und Trauer suhlen. Klingt sehr cholerisch, ich weiß, aber so langsam finde ich eine Frühchenmama (und auch -papa) hat jedes Recht diese Zeit auch zu betrauern. Zumindest die ersten Jahre, wenn das Erlebnis immernoch so frisch erscheint als war es gestern… Gestern das man nicht nur das eigene, sondern fast das Leben seines Babys verloren hätte.

Ein klarer Fall von „die Zeit heilt alle Wunden“. Ich denke es wird für immer eine pochende, pickende Narbe bleiben (für mich sogar im wahrsten Sinne), aber Alexander ist hier die größte & beste Motivation all die schönen Zeiten mit ihm nun zu genießen. Er hat uns zu einer Familie gemacht, die so schnell nichts aus der Bahn wirft.

Was ich als Frühchenmama in der Schwangerschaft alles verpasst habe

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen. Meist kommt das Kind ein paar Tage vorher, oft wartet man sogar länger als 40 Wochen. Jedoch können die meisten Mamas ihre Schwangerschaft in vollen Zügen genießen. Mit allem, was dazu gehört.

Meine Schwangerschaft dauerte knapp 31 Wochen. Und gerade in so einem letzten Viertel, in dem sich gefühlt täglich so enorm schnell etwas ändert, habe ich einfach alles verpasst.

Ich möchte euch gerne erzählen was mir alles gefehlt hat und was ich verpasst habe was für andere selbstverständlich war…

Momente, die ich in meiner Schwangerschaft verpasst habe

Einen Geburtsvorbereitungskurs hatte ich damals noch nicht mal angefangen gehabt. Er wäre 2 Wochen nach der Geburt erst gestartet. Natürlich habe ich ihn so gesehen nicht gebraucht, ich hatte schließlich einen Kaiserschnitt. Aber allein dieser natürliche Prozess der Vorbereitung mit Gleichgesinnten fehlt mir bis heute.

Wer von euch hat keine Babybauch-Fotos gemacht? Ob professionell oder einfach wöchentlich mit der Handykamera aufgenommen, irgendwie macht das doch jede Mom-to-be, oder? Auch ich habe mich fast wöchentlich vorm Spiegel fotografiert, aber nach 28 Wochen, als es erst richtig spannend wurde, hörten meine Bilder auf. Leider habe ich aufgrund meines dann immer schlechter werdenden Gesundheitszustands nicht mal meine letzten Wochen festhalten können.

Gipsabdrücke, Babybauchfotos, Erinnerungen? Fehlanzeige!

Der obligatorische Gips durfte auch nicht fehlen. Fast gleich zu Beginn hatte ich mir ein Gipsabdruck-Set zu gelegt welches wir für später auf die Seite legten.

Ihr werdet lachen, aber ich hatte es noch 7 Tage vor der Geburt in der Hand und überlegte mir, ob wir es nun schon machen sollen oder noch warten. Ich entschied mich für warten, schließlich hatten wir ja noch zwei Monate Zeit. Hätte ich nur schon damals auf mein Bauchgefühl gehört.

Was man nach der Schwangerschaft als Frühchenmama noch vermisst

Ich verpasste es auch, mich in meiner Schwangerschaft voll und ganz dem Babyzimmer zu widmen. Wir standen mitten im Umzug, es war viel gekauft, aber nichts hergerichtet.

Nach der Geburt wurde alles in Hektik eingekauft und ich hatte das Gefühl eher lieblos einzuräumen, weil alles schnell gehen musste. Das fand ich irgendwie doof, mir fehlten die Momente in denen man im Babyzimmer steht den Duft von „alles neu“ in der Nase hat, über das gemachte Bett streicht, lächelt und sich dann einen Strampler hervor nimmt und es einem ganz warm ums Herz wird.

Ja, es gibt einfach viele Dinge, die ich verpasst habe und ich hatte mir diese Schwangerschaft mehr als anders gewünscht. Allerdings bin ich heute froh, dass ich einen immer größer werdenden, fast gesunden Räuber habe. Der mir meine Schwangerschaftswehmut jeden Tag mit seinem breiten Grinsen ein wenig nimmt… Danke mein kleiner Wildfang ❤

Essen? Nö!

Geduld ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen. (Herrmann Hesse)

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Alexander ist nun 10 Monate alt, korrigiert ca. 8. Er beginnt zu robben, kann sich drehen wie ein Wirbelwind, hat zwei Zähne, kräht wie ein Vögelchen und ist ein überwiegend sehr freundlicher Krümel.

Aber wisst ihr was er nicht tut? Essen! Ob Brei, Festes, Gläschen, Obst, Gemüse, Joghurt, Selbstgekochtes und was auch immer… Er hasst es. Ich habe wirklich alles probiert, zu jeder Zeit, in jeder Sorte, Variante und Geschmacksrichtung. Und nicht zu vergessen an jedem Ort des Hauses. Und wisst ihr noch was? Mittlerweile ist mir das egal!

Ich habe mich so stressen lassen. Warum klappt es nicht? Was mache ich falsch? Alle Kinder essen schon, manche ersetzen schon Flaschen-/Stillmahlzeiten usw. Viele Tränen sind geflossen…

Aber auch hier heißt es wieder Geduld haben. Dann kriegt er eben weiter seine Flaschen, 5-6 am Tag & alle sind froh. Denn selbst diese in ihn ‚reinzuflößen‘ ist manchmal ein Kraftakt.

Irgendwann wird er schon soviel Freude am Essen finden wie seine Eltern 😉

MUT-ter

MUT sind die ersten 3 Buchstaben in dem Wort MUTTER.

Und ich muss sagen, es hat durchaus seine Berechtigung.

Wie oft müssen wir als Mütter mutig sein?

Es braucht MUT, sich auf eine Schwangerschaft einzulassen, ohne dass Frau weiß, was auf sie zukommen wird als Mutter mit Baby.

Es braucht MUT, sich auf die Geburt einzulassen, seinen Verstand abzugeben und nur auf den Körper und das Baby zu vertrauen, dass die Natur genau weiß, was zu tun ist.

Es braucht MUT, den Alltag mit Baby zu meistern, ohne sich selbst aus den Augen zu verlieren und wenn man sich nur mal eine Stunde für sich wünscht.

Es braucht MUT, sich jeden Tag in der Erziehung mit neuen Fragen auseinander zu setzen, neue Wege auszuprobieren, wenn der eine Weg nicht funktioniert hat, auch einen Schritt zurück zu gehen.

Es braucht MUT, die Kinder flügge werden zu lassen, zu vertrauen, dass sie ihren Weg gehen werden, zuzusehen, dass sie Fehler machen, vor denen Mutter sie nicht beschützen kann, aber wichtig für ihre Entwicklung sind.

Es braucht MUT, sich neu zu orientieren, beruflich und privat, wenn die Kinder aus dem Haus sind, es plötzlich still wird im Haus und man mit soviel Zeit für sich und den Partner zu Beginn gar nichts anzufangen weiß.

Es braucht MUT, das Älterwerden zu akzeptieren, die Falten, die Langsamkeit, die längeren Erholungsphasen die Mutter jetzt braucht.

Das Leben als Mutter ist spannend, anstrengend, lustig, berührend, herzlich, traurig…die ganze Gefühlspalette.

Und in diesem Sinne, allen Mami’s und Bald-Mami’s einen wundervollen Muttertag. Wir sind wahre Heldinnen!

Aus Männer- wird nun Vatertag

Mein Papa ist ein Supermann, der einfach alles richten kann. Er weiß ganz viel – ist echt gescheit, zum Spielen mit mir gern bereit. Ist groß und stark, fast wie ein Bär, trägt auf der Schulter mich umher. Er wirft mich hoch und fängt mich auf – und ich verlasse mich darauf, weil Papa eben alles kann, denn schließlich ist er Supermann.